Rezension: Sebastian Fitzek – Das Paket ****

Es scheint, als wäre Sebastian Fitzek, nach zehn Jahren mit immer wilderen Verstrickungen in seinen Psychothrillern, wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Wie schon im Jahr 2006 in „Die Therapie“ beschränkte er sich dieses Mal auf ganz wenige Handlungsorte und Protagonisten. Dafür ist die Story um die Psychiaterin Emma umso spannender. Schon als Kind litt sie unter Wahnvorstellungen. Als sie Jahre später in einem Berliner Hotel von einem gesuchten Serienmörder vergewaltigt wird und gerade noch entkommen kann, versinkt sie in tiefen Depressionen. Eines Tages gibt der Postbote ein Paket für einen Nachbarn, dessen Namen sie noch nie gehört hat, bei ihr ab. Ist der Mörder noch nicht fertig mit ihr oder ist die Krankheit aus Kindertagen wieder ausgebrochen?

Noch immer beherrscht Fitzek die hohe Kunst uns Lesern die Sicht zwischen Traum, Medikamenteneinfluss und Realität zu vernebeln. Immer wieder werden scheinbar belanglose Details erwähnt, um den Verdacht mal in die eine, mal in die andere Richtung zu lenken. Am Ende gibt es – wie üblich – eine riesige Kehrtwende.

Auch allen Skeptikern, die der Meinung sind, dass die letzten Thriller eher mittelmäßig waren, kann ich diesen Roman wieder guten Gewissens empfehlen.

Weitere von mir rezensierte Fitzek-Romane: Die TherapiePassagier 23Der Augensammler und Der Nachtwandler.

Bildquelle: www.sebastianfitzek.de

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Rezension: Sebastian Fitzek – Der Nachtwandler ****

Manche Leute schnarchen, andere reden im Schlaf. Was man genau macht kann man nie wissen. Doch was, wenn man plötzlich aufwacht und die Freundin mit Gesichtsverletzungen völlig verstört die gemeinsame Wohnung verlässt. So ergeht es dem Architekten Leon Nader, der mit seiner Freundin eigentlich in einer glücklichen Beziehung lebt.

Schon als Jugendlicher wurde er wegen Schlafstörungen und Nachwandeln behandelt. Doch er galt als geheilt. Bis dahin. Um herauszufinden, was sein schlafendes Ich treibt, besorgt er sich eine Kamera, die Unglaubliches filmt…

Sebastian Fitzek spielt, wie schon so oft, ein perfekt inszeniertes Verwirrspiel zwischen Realität, Traum und Einbildung. Mein Verdacht änderte sich von Seite zu Seite. Immer wenn ich dachte, dass alles zusammenpasst, gab es eine neue Wendung.

Der Nachtwandler sorgte bei mir zwar für keine schlaflose Nacht aber doch für langanhaltenden Nervenkitzel.

Bildquelle: www.sebastianfitzek.de

Weitere von mir rezensierte Fitzek-Romane: Die TherapiePassagier 23 und Der Augensammler.

Rezension: Sebastian Fitzek – Der Augensammler ****

Sebastian Fitzek schafft es immer wieder aufs Neue mich zu verblüffen. Diesmal mit einem Buch, das rückwärts erzählt wird, samt umgekehrt nummerierten Seitenzahlen und Kapitelnummern – passend zum ablaufenden Countdown, der den Opfern des Augensammlers bleibt. Dieser spielt ein gemeines Spiel nach dem immer gleichen Muster. Erst ermordet er die Mutter der Familie und entführt das Kind. Dann bleiben dem Vater 45 Stunden um das Kind aus der Todesfalle zu retten. Bis jetzt ist das noch keinem gelungen. Und nicht nur das. Jedem Opfer fehlt das linke Auge. 

Als der Journalist Alexander Zorbach schließlich selbst als Verdächtiger gilt, taucht eine blinde Frau auf, die Visionen in die Vergangenheit – so glaubt sie – hat. 

Auch hier schafft es Fitzek mal wieder durch Cliffhanger am Ende der Kapitel nervenaufreibende Spannung zu erzeugen, und stellt zum Schluss wieder alles auf den Kopf. Neben der Spannung muss natürlich auch die gründliche Recherche über Blindheit lobend erwähnt werden. 

Ich bin gespannt wie es in Der Augenjäger weitergeht.

Bildquelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

Weitere von mir rezensierte Fitzek-Romane: Die Therapie und Passagier 23

 

Sebastian Fitzek – Passagier 23 ****

Nachdem ich meinen ersten Fitzek-Roman Die Therapie etwas sacken lassen habe, nahm ich mir Passagier 23 vor. Und ich wurde wieder nicht enttäuscht.

Fasziniert hat mich besonders die Entstehungsgeschichte des Romans. Fitzek wurde von einem Zeitungsartikel, der davon handelt, dass auf Kreuzfahrtschiffen jedes Jahr ca. 23 Personen verschwinden, inspiriert. Selbstmord schien ihm dann aber doch zu einfach… Und so wird der Polizeipsychologe Martin Schwarz, der vor fünf Jahren Frau und Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff verloren hat, wegen eines ähnlichen Falls an Bord der Sultan of the Seas gelockt. Diesmal handelt es sich um eine Mutter und ihre Tochter. Das Mädchen ist plötzlich vollkommen traumatisiert wieder aufgetaucht. Im Arm hatte sie den Teddy des verschwundenen Jungen.  

Die Story lässt einige Parallelen zu Die Therapie erkennen und wird wieder sehr spannend erzählt. So spannend und mit ineinander verstrickten Handlungssträngen, dass ich zwischenzeitlich fast den Überblick verloren hätte. Mit der Auflösung, die auch wieder einer Achterbahnfahrt, bei der man hin- und hergeworfen wird, gleicht, fügt sich aber alles zusammen.

Die Entscheidung, welches seiner Bücher ich als nächstes lesen soll, hat mir der Verlag abgenommen. Am Ende von Passagier 23 war nämlich eine Werbung für Der Nachtwandler, was unglaublich aufregend klang und demnächst auf meinem Nachttisch landen wird.

Bildquelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur

 

Sebastian Fitzek – Die Therapie ****

Trotz mehrfacher Empfehlung hatte ich bis vor kurzem noch kein Buch von Sebastian Fitzek gelesen. Das wollte ich dringend ändern. Also nahm ich mir, wie es sich für eine gute Leserin gehört, sein Debütbuch Die Therapie vor. Darin geht es um den Psychiater Dr. Viktor Larenz, dessen Tochter Josy an einer seltenen Krankheit leidet. Bei einem der zahlreichen, gemeinsamen Arztbesuche verschwindet das Mädchen plötzlich. Nicht nur, dass Josy wie vom Erdboden verschluckt bleibt auch den Arzttermin hat es scheinbar nie gegeben. Vier Jahre später zieht sich Larenz auf eine kleine Insel zurück. Dort sucht ihn eine unbekannte Frau auf und bittet ihn ihre Schizophrenie zu therapieren. Obwohl er nicht mehr praktiziert faszinieren Larenz ihre Visionen und deren Parallelen zum Fall seiner Tochter.

Von Beginn an war ich von der Frage gefesselt, was Realität und Fiktion ist. Die sehr kurzen Kapitel beginnen in regelmäßigen Abständen mit einem Countdown zum „Tag der Wahrheit“ und enden mit zahlreichen Cliffhangern. Das hat mich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lassen. Sehr gut fand ich auch die sehr überschaubare Anzahl der Charaktere. Im Gegensatz zu manch anderen Krimis und Thrillern war das pure Erholung. Ich weiß, dass das Buch eines der umstrittensten Fitzeks ist. Von daher bin ich schon gespannt auf das Nächste. Das wird übrigens Passagier 23 sein. Von mir gibt es vier Sterne, da ich mir für die folgenden Bücher noch Luft nach oben lassen muss 🙂

Bildquelle: http://www.sebastianfitzek.de