Bücherschnack – Rezensionsexemplare

Neulich fragte mich eine Freundin, ob man, wenn man einen Bücherblog betreibt, von den Buchverlagen Rezensionsexemplare erhält. Wie so oft im Leben, ist auch diese Frage nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein zu beantworten.

Für mich ist dieser Blog mein persönliches aber gleichzeitig öffentliches Lesetagebuch, um mir ein paar Gedanken über das Gelesene zu machen. Wenn man nicht darüber spricht oder schreibt, reduziert sich die gebildete Meinung oft auf toll, geht so oder war doof. Wenn darüber hinaus durch den Blog noch interessante Kontakte oder Diskussionen entstehen, ist das natürlich umso besser.

Rezensionsexemplare direkt bei den Verlangen anfragen möchte ich nicht. Zum einen möchte ich um nichts bitten. Zum anderen ist das Lesen für mich reiner Freizeitspaß. Ich möchte ein Buch weiterhin in einer Nacht durchlesen, weil es so spannend ist oder mir vier Wochen Zeit lassen, wenn der Lesefluss aus welchen Gründen auch immer stockt. Nichts ist schlimmer, als verpflichtet zu sein eine Rezension zu schreiben. Andererseits erhalte ich auch häufig Anfragen von neuen, noch unbekannten Autoren, die darum bitten ihr erstes E-Book zu rezensieren. Da ich jedoch ein treuer Anhänger gedruckter Bücher bin, kommen E-Books für mich nicht in Frage, wobei ich den Kostenfaktor eines neuen Werkes natürlich nachvollziehen kann. Und möchte ich über dieses Werk im schlimmsten Fall wirklich etwas Negatives schreiben und damit möglicherweise seinen Erfolg gefährden? Etwas wohlwollendes aus Mitleid zu schreiben kommt aber auch nicht in Frage. Ähnlich läuft es ja auf Seiten wie www.vorablesen.de ab. Dort kann man Rezensionsexemplare gewinnen, verpflichtet sich aber im Gegenzug diese zu rezensieren. Wenn ich mir anschaue, was ich dort bereits gelesen habe und dann auch noch möchte, sieht das Verhältnis leider nicht gut aus. Daher bin ich momentan auch nicht mehr aktiv auf dieser Seite.

Ist der Blog entsprechend erfolgreich, kommen die Verlage wahrscheinlich von selbst auf einen zu. Bei vielen BookTubern habe ich allerdings festgestellt, dass deren Kanäle relativ schnell zu unglaubwürdigen Werbeplattformen verkommen sind, auf denen scheinbar wahllos Bücher oder auch andere Produkte in die Kamera gehalten werden. Spätestens wenn ich den Satz „Hiermit möchte ich dem Verlag XY für das Rezensionsexemplar danken.“ höre oder lese, klicke ich weg. Ein weiteres Phänomen ist, dass alle Blogger gleichzeitig dieses oder jenes neu erschienene Buch rezensieren. Mal ehrlich: Wie viele Meinung hole ich mir ein, bis ich mich für den Kauf eines Buches entscheide? Für mich reicht eine Meinung von jemandem, dessen Urteilsvermögen ich vertraue, vollkommen aus.

Apropos kaufen: Ich versuche relativ minimalistisch zu leben und will keine Bücher, die ich nur einmal lese, bei mir im Regal stehen haben. Deswegen möchte ich auch niemand anderen zum Kauf verführen. Stattdessen lasse ich häufig erstmal den Hype um neue Bücher vorüberziehen um dann in Ruhe durch die Bibliothek zu schlendern, Bücher anzulesen und zur Not wieder wegzulegen. Ich möchte nicht gezwungen sein, ein Buch bis zum Ende zu lesen, weil ich einmal Geld dafür ausgegeben habe und mir danach auch noch Gedanken zu machen, das Buch wieder loszuwerden.

Also schaut mal wieder in eurer Bibliothek vorbei. In Berlin kostet der Jahresbeitrag gerade mal 10 Euro. Dafür gibt es eine nahezu unbegrenzte Auswahl an Büchern, Hörbüchern, Musik, Filmen, Spielen und sogar Streamings und Downloads.

 

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Bücherschnack – Faire Bewertung

Bücherschnack – weil ich nicht nur unheimlich gern lese sondern auch gern darüber rede. Hier ist Platz für alles was mit Büchern zu tun hat. Dabei wird es in regelmäßigen Abständen um Themen oder Fragen gehen, die mich gerade beschäftigen. Besonders freue ich mich, wenn ihr Themen in den Kommentaren anregt oder mir eine Mail schreibt.

 

Bevor ich diesen Blog begann habe ich meine gelesenen Bücher in einer Excelliste notiert. Auch dort gab es eine Bewertungsspalte in der ich die Bücher mit einem bis fünf Sterne bewertet habe. Fünf erschien mir genug Spielraum zu lassen. Mehr Sterne würde die Unterscheidung schon wieder zu fein machen. In meiner persönlichen Liste habe ich also ganz ohne Rechtfertigung bewertet. Schließlich wusste ich ja, warum mir dieses oder jene Buch besonders gut ober manchmal eben auch gar nicht gefiel. Als der Blog online ging musste ich mir überlegen, wie ich mit meiner Kritik umgehe. Nur weil ich persönlich ein Buch nicht mag, heißt das ja nicht, dass das Buch per se schlecht ist. Daher werde ich Bücher, die bei mir nicht gut angekommen sind, lediglich auf meiner Unterseite Lesejahre bewerten aber keine ausführliche Kritik schreiben. Jeder sollte sich schließlich seine eigene Meinung bilden.

Hier meine Kriterien:

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Einen Stern gibt es immer. Nicht nur der Autor hat sich wahnsinnig viel Arbeit gemacht und monate- bzw. sogar jahrelang an dem Buch gesessen. Auch die Arbeit des Lektorats, des Verlags, der Druckerei usw. verdienen meinen vollsten Respekt. Aber das Leben ist zu kurz um sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen nicht wirklich interessieren oder gar langweilen. Deshalb investiere ich meine Zeit stattdessen lieber in andere Bücher und zwinge mich nicht zum Durchhalten.

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Bücher mit zwei Sternen interessieren mich schon eher. Entweder handeln sie von einem tollen Thema und haben einen Schreibstil, mit dem ich nicht warm werde oder umgekehrt. Trotzdem möchte ich bei diesen Bücher wissen wie es weitergeht und lese sie bis zum Ende.

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Drei Sterne sind das Mittelfeld. Im Prinzip mag ich das Buch aber es wird wohl nicht hängen bleiben.

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Hier wird es schon spannender. Bücher, die ich mit vier Sternen bewertet habe, fesseln mich, bewegen mich oder haben mich auf irgendeine Weise beeindruckt. Oft kann ich diese Bücher nicht aus der Hand legen oder trauere ihnen ein wenig nach, sobald sie ausgelesen sind. Trotzdem vergebe fünf Sterne nicht leichtfertig. Schließlich könnte ja noch ein besseres Buch daherkommen…

 

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… wofür ich dann die fünf Sterne brauche. Die bekommen nur Bücher, die mich absolut mitreißen, von dem ich jedem erzählen möchte, die ich verschenke, ständig weiterempfehle und die einfach der Knaller sind.

 

Wie handhabt ihr das für euch, in euren Leselisten, Blogs oder auf Bewertungsportalen? Wie kritisch seid ihr?