Rezension: Ingrid Noll – Über Bord ****

Wie auch schon in Ingrid Nolls Romanen „Kalt ist der Abendhauch“ und „Ehrenwort„, geht es auch hier um eine verrückte Familiengeschichte, bei der jedes der Mitglieder eine Leiche im Keller oder eine Macke im Oberstübchen hat.

Zuerst wäre da der Drei-Generationen-Frauenhaushalt. Dieser besteht aus Oma Hildegard, ihrer Tochter Ellen, die seit der Scheidung von ihrem Mann, der eine Affäre mit der gemeinsamen Nichte hat, wieder zuhause wohnt und Enkelin Amalia, die sich in einer beruflichen Selbstfindungsphase befindet. Neben Ellen hat Hildegard noch vier weitere Kinder, bis eines Tages plötzlich der uneheliche Sohn von Hildegards verstorbenem Mann auftaucht. Da freut man sich als Leser doch über seine eigene (verhältnismäßig) normale Familie.

Nachdem man das neue Familienmitglied, Gerd und dessen Frau Ortrud, die ein kleines, großes Alkoholproblem hat, beschnuppert hat, laden diese Ellen und Amalia zu einer Kreuzfahrt ein. Auf den folgenden Seiten schippert das Kreuzfahrschiff dann in ruhigen Gewässern und die Handlung plätschert zwischen Seetagen und Landgängen vor sich hin. Doch Noll wäre nicht Noll, ohne einen Mord und weitere Familienüberraschungen.

Empfehlen kann ich den Roman jedem, der verrückte, fein gezeichnete Charaktere und seichte Unterhaltung ohne verwirrende Handlungsstränge mag.

Bildquelle: Diogenes Verlag AG

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6 Gedanken zu “Rezension: Ingrid Noll – Über Bord ****

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