Rezension: Ingrid Noll – Ehrenwort ****

Wie in Ingrid Nolls Romanen üblich, steht auch in diesem Buch der alltägliche Familienwahnsinn im Mittelpunkt.

Opa Willy ist nach einem Sturz kurz davor das Zeitliche zu segnen. Sohn Harald hat jedoch keine Lust sich um den alten Patriarchen zu kümmern, und Haralds Frau Petra hat mit der eigenen Buchhandlung und ihrem Liebhaber ebenfalls genug zu tun. Enkelin Mizzi, von der Harald und Petra hoffen, dass ihre lesbische Phase bald vorüber ist, hat sich weit weg nach Berlin verzogen. Nur Enkel Max, der in Sachen berufliche Zukunft nichts auf die Kette bekommt, päppelt den Opa liebevoll mit Pudding wieder auf. Weil er knapp bei Kasse ist, bringt er bei dieser Gelegenheit einen Teil des Erbes durch. Natürlich verschwindet – typisch für Ingrid Noll – nicht nur Geld, sondern auch die ein oder andere Leiche.

Erzählt wird die Geschichte locker und leicht ohne größere Höhen und Tiefen, sodass man kaum merkt, wie die Seiten dahinfliegen.

Aufgestoßen ist mir allerdings, dass Opa Willy mit lateinischen Redewendung um sich wirft und sich über die schlechten Grammatikkenntnisse der heutigen TV-Moderatoren aufregt, aber selbst „wegen mir“ statt „meinetwegen“ sagt. Da hätte mal jemand im Verlag den Duden, statt des Lateinbuchs in die Hand nehmen sollen.

Andere Bücher der Autorin: Kalt ist der Abendhauch, …

Bildquelle: Diogenes Verlag AG

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4 Gedanken zu “Rezension: Ingrid Noll – Ehrenwort ****

    1. Hallo Eva, wegen verlangt den Genitiv. Mir ist aber der Dativ. Im Alltag mag das vielleicht okay sein, in Büchern – besonders wenn sich der Charakter gerade darüber echauffiert – geht das meiner Meinung nach gar nicht 😀 Dir auch einen guten Rutsch!

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