Rezension: Lori Nelson Spielman – Morgen kommt ein neuer Himmel ****

Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der so bewegend begann. Schon auf Seite 10 musste ich schlucken.

Als Bretts Mutter stirbt, hinterlässt sie der gesamten Familie ein Millionenerbe. Nur Brett geht vorerst leer aus. Sie erhält eine von ihr als Kind erstellte Liste mit ihren damaligen Lebenszielen. Weil die Mutter vor ihrem Tod spürte, dass die Tochter mit ihrem Leben, ihrem Job und in der Beziehung nicht glücklich war, zwingt sie Brett alles über den Haufen zu werfen. Erst wenn alle Ziele erfüllt sind, bekommt sie ihren Erbanteil. Natürlich ist die zuerst alles andere als begeistert. Doch nach und nach fängt ihr die Sache an Spaß zu machen. Mit jedem erreichten Ziel wächst sie über sich hinaus und findet ihren Weg.

Bemerkenswert fand ich, dass sich die Liste zwar als roter Faden durch das Buch zieht, aber die eigentliche Entwicklung mit all ihren Erfolgen aber auch Rückschlägen die Hauptrolle spielt.

Bildquelle: S. FISCHER Verlag GmbH

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Rezension: Agatha Christie – Mord im Orientexpress ****

Während der vergangenen heißen Tage genoß ich eine großartige Abkühlung – eine Literarische. Der Orientexpress, mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot an Bord, unterwegs von Istanbul nach London, bleibt in einer Schneewehe stecken. Es geht weder vor noch zurück, der Telegraf funktioniert nicht, und der Zug mit seinen Passagieren ist von der Außenwelt abgeschnitten. Als eines Nachts auch noch ein amerikanischer Fahrgast ermordet wird, wird schnell klar: der Mörder befindet sich unter ihnen. Also fängt Poirot an zu ermitteln.

Ich mag Krimis, die sich auf wenige Handlungsstränge beschränken und ohne viel Theater um den Ermittler auskommen. Hier steht allein die Detektivarbeit im Vordergrund. Dieser widmet sich Poirot auf amüsante Weise. Er befragt die Passagiere einen nach dem anderen und rät munter drauf los.

Da es, wie von vielen Christie-Romanen, auch hiervon eine Verfilmung gibt habe ich mir die aus dem Jahr 1974 angeschaut. Trotz der 6 Oscar-Nominierungen war ich ziemlich enttäuscht. Zum einen ist die deutsche Filmversion sprachlich um einiges schlechter als der deutsche Roman. Zum anderen gefiel mir weder der Aufbau des Films noch die – meiner Meinung nach – unnötigen Änderungen. So wurden z.B. die Namen von Fahrgästen geändert oder der rote Kimono, ein Beweisstück, wurde zum Weißen. Auch Poirot verlor etwas an Witz. Wenigstens weiß ich jetzt wie man seinen Namen ausspricht.