Rezension: Jussi Adler-Olsen – Erbarmen****

Die Pressestimmen auf dem Buchumschlag versprachen einen todspannenden, grausamen Psychothriller. Das war das Buch überhaupt nicht und trotzdem hat es mich gefesselt. Es beginnt ganz harmlos. Auf den ersten 200 Seiten gibt weder eine Leiche, noch wird das Opfer gequält wie in vielen anderen Thrillern. Nur die beiden sich abwechselnden Erzählebenen bringen Spannung mit sich. Die eine Ebene beginnt im Jahr 2002, als Merete Lynggaard, dänische Politikerin, die sich seit dem Unfalltod ihrer Eltern um den behinderten Bruder kümmert, verschwindet. In der zweiten Ebene wird im Jahr 2007 das Sonderdezernat Q gegründet, das lediglich aus Vizekriminalkommisar Carl Mørck und seinem kauzigen Assistenten Assad besteht. Zusammen rollen sie alte, ungelöste Fälle neu auf. Ihr erster ist der von Merete. Im Gegensatz zu Carl und Assad weiß man als Leser, dass Merete nach all den Jahren zwar am Leben ist, ihre Zeit aber läuft.

Für mich war die Auflösung des Falls nicht das Spannendste sondern ich war vielmehr fasziniert von der engen Bindung der beiden Geschwister. Allein die Liebe zu ihrem Bruder hält Merete am Leben und lässt sie nicht den Verstand verlieren. Erbarmen ist der erste Thriller, der mich wirklich bewegt hat. Da das der Auftakt einer Reihe rund um das Dezernat Q ist, freue ich mich schon auf die folgenden Bände Schändung, Erlösung, Verachtung, Erwartung und Verheißung.

Bildquelle: dtv Verlagsgesellschaft

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11 Gedanken zu “Rezension: Jussi Adler-Olsen – Erbarmen****

  1. Ich habe bisher drei Bücher der Reihe gelesen und fand sie alle gut. Vor allem Assad hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, auch wenn er sicher auch das ein oder andere Geheimnis zu verbergen hat. Ich bin gespannt, wie dir die folgenden Bücher gefallen 🙂

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  2. Klingt eigentlich ganz gut! Allerdings hat Denis Scheck über die Bücher von Adler-Olsen mal sinngemäß gesagt, sie seien „so spannend wie eine 24-Stunden-Live-Übertragung der WM im Pfahlsitzen“, was mich dann doch eher abgeschreckt hat. 😉

    Na, vielleicht gebe Herrn Adler-Olsen doch einmal eine Chance…

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      1. Das einzige Buch von Beckett, das ich bisher gelesen habe, war „Der Hof“ – und das war erschreckend! Erschreckend ereignislos und unaufregend! 😉

        Bei Fitzek gebe ich dir aber recht – wobei er meiner Meinung nach nie wieder an „Die Therapie“ und „Der Seelenbrecher“ herankam!

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  3. Das stimmt….ich fand es jetzt auch nicht so super spannend…fesselnd aber nicht umhauend…deswegen habe ich vielleicht auch keinen weiteren gelesen…ich habe es aber fest vor um die Entwicklung zu sehen…

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  4. Hallöchen,
    um diese Reihe schleiche ich nun seit Jahren herum und kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich sie lesen mag oder nicht. Immer, wenn ich kurz davor bin, mir Teil 1 zuzulegen, kommt wieder irgendjemand ums Eck, der die Reihe gar nicht mag. Es ist ein Teufelskreis 😀

    Alles Liebe, Nelly

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  5. Mich hat dieser Roman auf eine ganz ekelerregnde Art und Weise vertsört und gepackt. Alleridngs bin ich total begeisert vom Ermittlerteam, was mir bei Kriminalliteratur besonders wichtig ist. Wenn die beiden nicht schrullig sind, eine Macke haben oder sich auf wunderbare Weise ergänzen, dann fehlt mir das sehr. Ich mag es immer, wenn es eine Balance zwischen den Ermittlern und den Fall gibt.
    Ich muss dir aber zustimmen, die Bindung zwischen den beiden hat mich berührt, aber diese Frau hat mich zu tiefst beeindruckt!

    Wenn du magst, kannst du ja mal meine Rezension lesen: https://kathalogisch.wordpress.com/2015/10/25/es-gibt-kein-erbarmen/
    Mir gefällt übrigens dieses simple und klare Design deines Blogs.

    Alles Liebe, Katha

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    1. Vielen Dank für das Kompliment 🙂 Ich mag deine Rezension. Oh ja, die Stelle mit den Zahnschmerzen war heftig… Ich habe mich erst vor ein paar Tagen mit einer Freundin über schrullige Ermittler unterhalten. Zum einen tun sie der Story gut, zum anderen wird die Idee sehr oft in der Kriminalliteratur verwendet, sodass es irgendwann nervt. Hier tat es das aber nicht. Liebe Grüße Janin

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