Bücherschnack – Fehler in Büchern

Weil ich mich in den vergangenen Tagen massiv über die Fehler in einem Buch geärgert habe, musste ich – für mein grammatikalisches Gewissen – den Verlag anschreiben. Ich erhielt auch prompt eine kurze Entschuldigungsmail mit folgender Erklärung:

„Selbstverständlich werden alle Bücher, die in der Verlagsgruppe XY erscheinen, sorgfältig von einem Korrektor gelesen. Trotzdem kann es natürlich immer vorkommen, dass dieser etwas übersieht – beispielsweise, weil er so von der Geschichte begeistert ist, dass er die professionelle Distanz zum Text verliert. Dies soll die Fehler nicht entschuldigen – erklärt aber eventuell, wie es zu ihnen kommen kann.“

Wenn allerdings immer wieder derselbe Fehler übersehen wird, erweckt das bei mir den Eindruck, dass es sich hierbei um Unwissenheit und nicht um ein Versehen handelt.

Ich kann mich auch noch gut an ein Buch aus der Bibliothek erinnern. In dem hatte jemand mit Kugelschreiber „das“ zu „dass“ geändert. Normalerweise kann ich Beschriftungen und Unterstreichungen in Bibliotheksbüchern nicht gutheißen, aber in diesem Fall fand ich das sehr witzig.

Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass man nach mehreren Stunden Korrekturlesen am Tag kleinere Tippfehler übersieht. Aber bei gravierenden Fehlern trübt das meinen Lesegenuss enorm.

Besonders häufig steigt mein Blutdruck wenn ich das Wort „wegen“ in Verbindung mit Dativ statt Genitiv sehe (wegen deM…). Auch schön ist die ständige Verwechslung von dasselbe und das Gleiche.

Bin ich pingelig? Haben die Fehler überhandgenommen? Ist der Einzug der Umgangssprache in die Literatur einfach der Lauf der Dinge? Stört euch das genauso?

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25 Gedanken zu “Bücherschnack – Fehler in Büchern

  1. Die Nichtverwendung des Genitivs treibt mich auch immer nahe an den Blutrausch! 😉 Ansonsten sehe ich das aber eher entspannt.

    Inhaltliche Fehler oder falsche Wörter ärgern mich da mehr. In einem Buch von Regine Mädje taucht das Wort „vermeidlich“ auf, gemeint war „vermeintlich“. So etwas finde ich vermeidbar! 😉 Im selben Buch heißt eine Figur auf einer Seite plötzlich Achim, auf allen anderen Seiten Arnim! o.O

    Und in „Herrin der Lüge“ von Kai Meyer, das im Jahre 1210 spielt, sitzt jemand in einer Kneipe und raucht Pfeife – fast 300 Jahre bevor Kolumbus den Tabak nach Europa gebracht hat. Wobei, den Fehler fand ich eigentlich ganz witzig. 😉

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  2. Hi Janin,

    Fehler in Büchern machen mich auch oft wahnsinnig. Besonders stört es mich, wenn irgendwo plötzlich Namen der Protagonisten geändert werden. Und wenn anscheinend sogar der Autor den Überblick darüber verliert, wer denn nun am Sprechen ist und dann ein Satz, der ganz offensichtlich nur von der einen Personen gesagt werden kann und dennoch der anderen zugesprochen wird.
    Was im vorherigen Kommentar angesprochen wird, treibt mich auch in den Wahnsinn: wenn historische Fakten nicht richtig recherchiert werden – und ich es dann auch noch merke 🙂 Oder wenn Bücher den Anspruch erheben, Vergangenheit wiederzugeben und dann nur irgendwelches unwahrscheinliches Geschwätz von sich gegeben wird.
    LG, Celina

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  3. Ja, Fehler in Büchern sind nervig. Ich bin (zum Glück!!!!) noch nie auf einen das/ dass Fehler in einem Buch gestoßen, ich könnte das Buch wahrscheinlich nicht mehr ernst nehmen.
    Ich finde aber, es gibt auch ganz witzige Fehler. So hieß in meinem „der kleine Hobbit“ Smaug plötzlich „Saug“.
    Oder in Helden des Olymp spricht Annabeth einmal mit Annabeth 🙂

    Welches Buch hatte den so viele Fehler?
    lg Theresa

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  4. Mich nervt sowas auch tierisch. Ich hatte jetzt ein Buch, da waren soooooo viele Fehler. Bei 20 hab ich aufgehört, zu zählen. Beispiel: “ich habe von dem Fest vergessen“. ??? Dann stand da immer hang statt hing. Der Genitiv wurde auch falsch verwendet, nämlich immer mit dessen statt mit deren, wenn er sich auf den Plural bezog. Teilweise fehlten auch einfach Wörter oder sonst was.
    Bei Opal, dem dritten Teil der Obsidian Reihe, gab es auch einige Fehler. Zum Beispiel stand dort einmal Haustier statt Haustür… Oder die Personen wurden verwechselt und der eine sprach plötzlich mit sich selbst. Auch sonst waren ein paar Fehler drin. Ich habe den Verlag dann angeschrieben, der mir versicherte, bei der nächsten Auflage darauf zu achten. Naja, ob das dann tatsächlich so sein wird, kann ich nicht sagen…
    Auf jeden Fall hasse ich sowas einfach. Vor allem wenn dauernd Fehler auftauchen, stört das meinen Lesefluss ziemlich.

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      1. Mir geht das aber genauso wie Isi es gesagt hat, nur traut sich keiner was zu schreiben. Ich bin eine ehrliche Person und wenn mir das Buch nicht gefällt, dann sage ich das, auch wenn ich den Autor kenne und nen Leseexemplar bekommen habe. Auch wenn der Verlag wil das man 5 Punkte statt 4 abgibt, gebe ich trotzdem 4 Punkte. Und wenn in diesem Buch Fehler / Rechtschreibfehler vorhanden sind, nenne ich sie bei Namen. 😀 Ein paar Fehler kann ich übersehen, aber 20-60 dann brech ich ab. ❤

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  5. Es wäre doch zu interessant gewesen, wenn Du die Fehle die Dich genervt haben konkret genannt hättest. Taktvoll, ohne das Buch nennen zu müssen. Aber jetzt hast Du leider das Buch schon verraten, da geht das mit dem Takt nicht mehr. ^^°

    Ein, zwei Tippfehler oder Buchstabendreher kann ich übersehen. Wenns zuviel wird kann ich ein Buch aber auch wegen so etwas abbrechen.

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  6. Hallo liebe Jani, ich kann dich total verstehen. Anfangs dacht ich auch nur, ach wat wird nicht so schlimm sein. Ein paar Fehler, ist kein Beinbruch, macht ja jeder und das ist ganz normal. Aber je mehr Fehler in der Geschchte vorkommen, je weniger Freude habe ich beim Lesen der Geschichte. .Kritiken sind eigentlich auch dafür da, sie anzunehmen und darüber nachzudenken. Kritiken zu schreiben ist nicht ohne und macht auch keinen Spaß, wenn man das Buch von eine XY Verlag bekommt nd 1000x Fehler bekommt. Der Fehler müsste eigentlich, das Buch komplett durcharbeiten, aber wenn er 1000 Bücher verkauft hat, wird es wohl schwierig sein, sie alle einzusammeln und zu korrigieren. . LG ❤

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  7. Hallo Janin,
    mir stoßen Fehler in Büchern auch immer übel auf. Da ich selber Übersetzerin bin, sind es besonders die Übersetzungsfehler, die mir auffallen. Da ist mir z.B. vor allem „Die Bestimmung“ in schlechter Erinnerung geblieben: In einer Szene wacht Triss nach einem Kampf am nächsten Tag auf, hat keine Erinnerung mehr und schaut in den Spiegel. Dort bemerkt sie ihr „schwarzes Auge“. Wie bitte…? „Schwarzes Auge“? Ich glaube, dass das deutsche „blaue Auge“ im Englischen ein „black eye“ ist, weiß so ziemlich jeder Anglistik-Student, wenn nicht sogar jeder Englisch-LKler. Es will mir nicht in den Kopf, wie ein Übersetzer das so übernehmen kann…. :-/

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  8. Arg! Ich habe schonmal genau das gleiche gedacht, mir fällt es auch in Büchern, aber öfter in Manga auf, dass besonders „dass“ und „das“ verwechselt werden… manchmal könnte ich an die Decke gehen. Grade in Manga ist es doch nun nicht so viel Text zum Korrekturlesen. …und manchmal denke ich, sollen die doch mich einstellen, ich finde die Fehler jedenfalls 😛 Oder auch wie Literatewanderlust sagte: Übersetzungsfehler… Dinge, die man einfach auf Deutsch nicht so sagt… ganz schlimm!
    Aber ich finde es toll, dass du einen Verlag direkt angeschrieben hast xD Und es ist beruhigend zu wissen, dass es nicht nur mir so geht… :3

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