Heike Wanner – Liebe in Sommergrün ***

In Heike Wanners Roman Liebe in Sommergrün lernen sich kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung das Mädchen Kathrin aus dem brandenburgischen Spreewald und Julian aus Köln kennen und lieben. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Wegen eines schweren Unglücks, muss Julian Hals über Kopf abreisen. Nach 25 Jahren treffen sich die beiden zufällig wieder… und ab da erschien die Story für mich unglaubwürdig und sehr vorhersehbar. Einzig und allein die sympathisch gezeichneten Charaktere ließen mich das Buch nicht weglegen. Schade fand ich außerdem, dass scheinbar weder Autorin noch Lektor*in den Unterschied zwischen dasselbe und das Gleiche kennen.

Bildquelle: Ullstein Verlage

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Phillip M. Margolin – Die schöne Schläferin *****

In Die schöne Schläferin (Originaltitel: Sleeping Beauty) geht es um die 17-jährige Ashley Spencer, die nur knapp entkommt, als eines Nachts in ihr Elternhaus eingebrochen wird. Der Täter ermordet ihre beste Freundin und ihren Vater. Um nach diesem schrecklichen Erlebnis zu Ruhe zu kommen, wechselt sie auf ein Internat. Schon kurz darauf werden die Schuldirektorin und ihre Mutter angegriffen. Als der vermeintliche Täter, Autor und Internatslehrer Joshua Maxfield, aus der Haft flieht, wird schnell klar, dass der wahre Täter ein anderer sein muss. Ein weiteres Mal ist Ashley in großer Gefahr…

Ein super spannender Thriller bei dem ich bis zum Ende keine Ahnung hatte wer der Mörder ist. Die Protagonistin verliert nach allem was ihr widerfahren ist nicht den Lebensmut und kämpft tapfer gegen die Angst und Trauer an. Eine ganz klare Leseempfehlung!

Bildquelle: Amazon.com

J. Courtney Sullivan – Sommer in Maine ***

In dieser luftig leichten Familiensaga verbringen die Kellehers die Sommerferien wie jedes Jahr in ihrem Ferienhaus am Stand in Maine. Wenn vier Frauen aus drei Generationen aufeinander treffen, ist Streit meist vorprogrammiert. Abwechselnd widmen sich die Kapitel jeder Frau und erzählen ihre Geschichte. Nach und nach versteht man welche Erfahrungen sie geprägt haben und warum jede von ihnen so ist wie sie ist. Da gibt es Alice, die Großmutter und das Oberhaupt der Familie, die sich seit Jahren für den Tod ihrer Schwester verantwortlich fühlt. Alice‘ Tochter Kathleen lebt zum Ärger ihrer Mutter mit einem Althippie auf einer Wurmfarm in Kalifornien. Kathleens Tochter Maggie wiederum ist ungewollt schwanger und hat sich gerade von ihrem Freund getrennt. Alice‘ Schwiegertochter Ann Marie bemüht sich es allen recht zu machen und den Schein einer perfekten Ehe zu wahren. Doch auch bei ihr ist nichts wie es scheint.

Der Roman beschäftigt sich auf einfühlsame Weise mit der Frage inwiefern man innerhalb der Familie aufeinander zugehen sollte ohne sich selbst zu verbiegen. Allerdings kam meiner Meinung nach die Auseinandersetzung ein bisschen zu kurz. Etwas mehr Drama hätte den 528 Seiten mehr Spannung verliehen.

Da ich selbst ein Jahr in Neuengland gelebt habe, hatte ich beim Lesen die wunderbare Landschaft und das Meer direkt vor Augen. Dank dieser wunderschönen Erinnerungen freue ich mich umso mehr auf den kommenden Sommer.

Bildquelle: Berlin Verlag

Caitlin Moran – All About A Girl ***

In Caitlin Morans Coming-Of-Age-Buch All About A Girl geht es um die 14-jährige Johanna Morrigan, deren Familie mehr schlecht als recht Anfange der 90er-Jahre in einer britischen Sozialsiedlung lebt. Der Vater ist Alkoholiker und träumt davon Rockmusiker zu werden. Die Mutter leidet nach der Geburt der Zwillinge unter einer Wochenbettdepression. Diesem Dilemma will Johanna schnellstmöglich entfliehen. Sie will endlich geküsst werden, Sex haben, cool sein und nach London gehen. Also kramt sie all ihr Musikwissen, das sie aus der örtlichen Bibliothek hat, zusammen und verwandelt sich über Nacht in die Musikkritikerin Dolly Wilde. Ganz in schwarz gekleidet, stark geschminkt und rauchend wie eine Dampflok macht sie Karriere in London. Sie feiert Partys, erlebt sexuelle Abenteuer, Drogenexzesse und findet sich schließlich selbst.

Zwischen der Protagonistin und der Autorin Caitlin Moran gibt es einige Parallelen, was dem Roman zugutekommt. Auch wenn sich die Story ziemlich skurril entwickelt, habe ich immer mit Johanna alias Dolly mitgefühlt und sie für ihren Tatendrang bewundert ihrer Umgebung zu entfliehen. Schließlich stellten die Eltern nicht gerade Vorbilder dar, die ein Teenager braucht. Zwei Daumen hoch gibt es von mir außerdem für die Liebe zur Bibliothek und die unzähligen Anspielungen auf die Musik der 90er.

 Bildquelle: carl’s books, Verlagsgruppe Random House GmbH

 

David Nicholls – Zwei an einem Tag ****

Emma und Dexter verbringen die Nacht der Abschlussfeier und den darauffolgenden Tag, den 15. Juli 1988 miteinander. Eigentlich hatte Dexter nicht vor Emma wiederzusehen. Doch von da an entwickelt sich eine über 20 Jahre andauernde Freundschaft und später Liebe. Das Buch ist kein fließender Roman sondern jedes Kapitel beginnt mit dem 15. Juli des jeweiligen Jahres und erzählt in Briefen, Gedanken und Rückblenden davon wie es beiden ergangen ist. Beide entwickeln sich beruflich und persönlich weiter. Besonders Emma habe ich ins Herz geschlossen. Dexter dagegen trieb mich beim Lesen in den Wahnsinn. Er ist arrogant, ständig auf Droge und bekommt Höhenflüge als er als TV-Moderator Karriere macht. Trotzdem verbindet diese beiden Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, eine tiefe Freundschaft und Liebe bis das Schicksal sie auf tragische Weise trennt…

Ein toller Liebesroman ohne Kitsch und Klischees. Nur der deutsche Titel geht ja mal gar nicht. One Day, der Originaltitel, bringt es auf den Punkt.

Bildquelle: Buecher.de